Das Kloster Schönau und die Architektur zisterziensischer Wirtschaftsbauten

 

Ein Vortrag von Herr Dr. Tobias Schöneweis

(Leiter Archäologie/Denkmalschutz, Kurpfälzisches Museum Stadt Heidelberg)

Klöster waren im Mittelalter weit mehr als nur Orte des Gebets, sie waren auch Zentren wirtschaftlichen Handels. Vor allem den Zisterziensern eilt seit jeher der Ruf als tüchtige Agrarpioniere voraus, die unkultiviertes Ödland in blühende Landschaften verwandelten.
Ausgehend vom burgundischen Cîteaux bildete sich ein europaweit vernetzter Orden, der eine neue Form der klösterlicher Wirtschaftsorganisation schuf, in der asketische Disziplin und rationale Arbeitsorganisation eine geradezu modern anmutende Effizienz entfaltete. Dass man die Wirtschaftshöfe des Zisterzienserklosters Schönau – die sogenannten Grangien – auch als „Agro-Fabriken“ bezeichnet hat, zeugt vom bis heute ungebrochenen Mythos der Mönche als Wegbereiter des Kapitalismus.
Ausgehend vom Kloster Schönau und seinen Grangien richtet der Vortrag den Blick auf Formen und Funktionen monumentaler zisterziensischer Wirtschaftsbauten und beleuchtet zugleich den Topos ihrer Deutung als semisakrale „Kathedralen der Arbeit“.

- Herr Dr. Tobias Schöneweis

Vortrag Mitschnitt